
D. CIMAROSA / A. SALIERI: DAS GEHEIMNIS DER OPERNWERKSTATT – REPRISE
Zwei komische Opernmeisterwerke lassen die Traditionen der italienischen Opera buffa und des Wiener Klassizismus neu aufleben. Domenico Cimarosa verbindet in seinem Il maestro di cappella meisterhaft die Leichtigkeit der Melodie mit einem schlagfertigen theatralischen Dialog, während Antonio Salieri in Prima la musica e poi le parole den faszinierenden Konflikt zwischen künstlerischem Talent und gesellschaftlichen Ambitionen beleuchtet.
Was beide Werke verbindet, ist ihr geistreicher Blick hinter die Kulissen der Opernwelt. Sie sind eine Form des Meta-Melodrams – mit anderen Worten: Oper, die sich selbst auf die Schippe nimmt. Thematisiert werden das enge Wechselspiel von Theater und Musik, die Rivalität zwischen den Mitwirkenden, ästhetische Konventionen sowie die ewige Debatte darüber, was Vorrang haben sollte: Musik oder Wort. Zur Entstehungszeit dieser Werke war dies ein äußerst beliebtes Thema. Die Tradition lässt sich unmittelbar auf Benedetto Marcellos satirische Schrift Il teatro alla moda aus dem Jahr 1720 zurückführen, in der er die damalige Opernpraxis mit Witz und Übertreibung kritisierte. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass sich seit Marcellos Zeiten erstaunlich wenig verändert hat: Vieles, worüber man damals lachte, findet sich in ähnlicher Form auch heute noch in der Welt der Oper.
Programmdetails
Regisseur Ondřej Havelka präsentiert eine Inszenierung voller Humor, visueller Eleganz und historischem Feingefühl. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Tomáš Netopil, dessen dynamische und zugleich detailreiche Orchesterleitung den Solisten den idealen musikalischen Rückhalt bietet.
Die Hauptrollen übernehmen der Bariton Adam Plachetka und die Sopranistin Kateřina Kněžíková, gemeinsam mit einem herausragenden Ensemble aus Solisten und Musikern. Ein idealer Abend für Opernliebhaber ebenso wie für alle, die die Welt der Oper neu entdecken möchten.
Die Oper wird in hochkarätiger Besetzung im Kultur und Kreativzentrum Jízdárna aufgeführt.
Solisten:
* Kateřina Kněžíková
* Anna Prohaska
* Adam Plachetka
* Tadeáš Hoza
Kreativteam:
* Musikalische Leitung – Tomáš Netopil
* Regie – Ondřej Havelka
* Bühnenbild – Martin Černý
* Kostüme – Kateřina Štefková
Orchester: SILENTIUM! Ensemble
Interpreten
Adam
Plachetka
Adam Plachetka

Kateřina
Kněžíková
Kateřina Kněžíková

SILENTIUM!
ensemble
SILENTIUM! ensemble

Ondřej
Havelka
Ondřej Havelka

Tomáš
Netopil
Tomáš Netopil

Programm
Cimarosas Il maestro di cappella ist ein komisches Monodram für einen einzigen Sänger (Bassbariton). Er verkörpert einen Kapellmeister, der mit seinem Orchester probt und während der Probe zunehmend mit den Musikern zu kämpfen hat, die mehr oder weniger gut nach seinen Vorstellungen spielen. Der Maestro schwankt zwischen Kritik und groben Zurechtweisungen gegenüber den Musikern und einer geradezu servilen Haltung, mit der er – wie sich zeigt vergeblich – versucht, sie zu motivieren. Am Ende unterbrechen die Musiker die Probe dennoch genau dann, wenn es am besten läuft, ohne das Stück bis zum Ende zu spielen. Cimarosas Werk entstand vermutlich zwischen 1786 und 1793, zu einer Zeit, als er Kapellmeister am Hof Katharinas der Großen in St. Petersburg war. Die Zarin hatte die Ausgaben für ihre Musiker drastisch gekürzt, was Cimarosa vor erhebliche Schwierigkeiten stellte. So kann das Werk gewissermaßen auch als eine bitter-komische Momentaufnahme aus dem Leben eines Musikers verstanden werden.
Salieris Oper Prima la musica e poi le parole nach einem Libretto von Gian Battista Casti entstand im Auftrag Kaiser Josephs II. und wurde am 7. Februar 1786 in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn uraufgeführt. Bei dieser Gelegenheit wurde sie unmittelbar Mozarts Singspiel Der Schauspieldirektor gegenübergestellt. Sie erklang am anderen Ende desselben Saales direkt im Anschluss an Mozarts Werk. Es handelte sich dabei zwar nicht um einen offiziellen Komponistenwettstreit, doch nach den Reaktionen des Publikums und den zeitgenössischen Berichten ging Salieri damals als Sieger hervor. Das konservative adelige Publikum zeigte sich vom deutschen Singspiel wenig beeindruckt und bevorzugte den italienischen Gesang, mit dem es vertraut war.
Castis Libretto parodiert in der Oper einige damals bekannte konkrete Werke und verbindet auf interessante Weise Elemente der ernsten und der komischen Oper. Es enthält sogar eine Szene in französischer Sprache, in der der Stil der französischen Opern virtuos nachgeahmt wird. Die Handlung basiert auf einer zugespitzten Situation aus dem Theaterleben: Ein Komponist und ein Dichter müssen innerhalb von vier Tagen eine neue Oper für ihren Mäzen auf die Beine stellen. In ihrem Kampf gegen die Zeit und widrige Umstände spiegeln sich sowohl die damaligen als auch die zeitlosen Probleme des Opernbetriebs sowie ganz allgemein menschliche Themen wider.
Informationen über die Eintrittskarten
[email protected]
Tel.: +420 774 443 238
Ermäßigung
Auf Konzerte gibt es 10 % Ermäßigung für Inhaber des Senior-Passes, der ISIC-Karte, der VIP CLUB FREEPORT-Karte sowie für Menschen mit Behinderung und Kinder bis 15 Jahre (die Ermäßigung wird automatisch abgezogen – wählen Sie beim Kauf bitte die richtige Ticketart aus).
Die Inhaber eines Behindertenpasses (besonders schwere Behinderung) erhalten 50 % Ermäßigung (einen Code für die Ermässigung erhalten Sie unter [email protected]).
Die Ermäßigungen gelten nicht für gastronomische Veranstaltungen.

